Während ich hier nun am Flughafen auf meinen Flug warte, will ich Euch eine Frage beantworten, die mich beschäftigt, die aber auch viele von Euch gestellt haben. Eine Frage, die man sich - oder ich ich mir - im Moment also in vielerlei Hinsicht stellen kann. Die Frage nach dem
"Warum ausgerechnet jetzt". Aber erst einmal vielen Dank für Eure zahlreichen E-Mails und Nachrichten - Danke an alle die, die mir viel Glück und Erfolg gewünscht haben - und vor allem natürlich auch Danke an all jene, die mir genau diese Frage gestellt - und mich zu diesem Eintrag inspiriert - haben.
Und irgendwo hängt meine und Eure Frage auch zusammen. Warum jetzt, fragen sich einige von Euch. Warum bricht Andreas genau jetzt zu
seiner Reise auf?
Nun, das möchte Euch gerne beantworten: Sabine hat gestern ein Kapitel in unserem Leben geschlossen. Wir sind ein ganzes Stück unseres Lebensweges zusammen gegangen, aber von nun an werden wir getrennte Wege gehen. Ich sehe dieses Kapitel als abgeschlossen, aber das Buch noch nicht beendet. Wir werden uns wiedersehen und wir werden sehen, ob es dann noch einmal zwischen uns funkt, ob wir die Gefühle, die wir für einander hatten, wiederfinden können, oder nicht. Starke Zweifel daran regen sich schon, aber wir werden uns offen den Herausforderungen der Zukunft stellen.
Ich habe alles für Sabine gegeben, ich habe mich für sie angestrengt und bemüht, wie ich es noch für keine Frau getan habe. Leider konnte sie meine Liebe nicht annehmen. Über die Zeit sind Ihre Gefühle verblasst, es war wohl doch einfach zu viel für unsere junge Beziehung. Diese extreme Trennung kam zu früh für uns. Wir hatten nicht die Zeit, vorher die "rosarote Brille" abzulegen und tatsächlich eine Liebe auf einer tieferen Eben zu entwickeln. Ich habe in den letzten Wochen sehr viele Momente damit verbracht über Sabine und mich zu grübeln und mich selber damit kaputt zu machen. Ich habe nur noch für sie, ihre Liebe und Anerkennung gelebt. Ein Fehler, den ich sicherlich auch in der Vergangenheit schon gemacht habe, den Fehler mich selber aufzugeben. Nun muss ich zu mir zurückfinden, zu dem Andreas, der nicht alles für eine Frau gibt, seine Freunde und Familie vernachlässigt, sondern der Andreas, der Freude am Leben hat und weiß was er für sich selber will. Das ist der Grund, warum ich genau jetzt diese Reise antrete. Nun beginnt mein Kapitel. Nun ist es an mir, mich wiederzufinden und alte Muster zu durchbrechen.
"Warum jetzt" ist aber auch die Frage, die ich mir stelle. Warum musste sie uns jetzt aufgeben? Warum konnten wir nicht noch ein paar Tage warten, bis wir uns wieder sehen und dann schauen, was noch an Gefühlen da ist. Warum haben wir uns diese Chance nicht gegeben, hatten wir doch nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen. Schließlich konnten wir doch in der Vergangenheit glücklich sein und wissen, dass eine Beziehung zwischen uns anders sein kann und besser funktioniert, wenn wir tatsächlich beieinander sind.
Aber ich weiß auch, dass man Gefühle nicht heraufbeschwören kann, wenn sie nicht glaubt, dass da noch etwas ist - wenn sie nicht mehr das Gefühl hat, in einer Beziehung zu sein. Die Fragen nach dem
Warum bringen genau so wenig, ändern sie doch an den Tatsachen nichts und stürzen mich nur in immer weitere Fragen, an denen ich mich aufreiben und kaputt machen könnte. Wenigstens war sie so ehrlich, dann auch einen Strich zu ziehen und offen zu sagen, dass da nichts mehr ist, dass sie sich nicht mehr wie in einer Beziehung fühlt und dass es faktisch (zumindest von ihrer Seite) schon aus wäre. Natürlich tut solch eine Trennung um so mehr weh, wenn sie einseitig ist, aber was bringen all die Zweifel und Fragen?. Nun ist es an mir, etwas zu verändern und wieder etwas in meinem Leben zu machen. Sabine war mein Antrieb, der mich jeden Tag aufs neue mit Kraft versehen hat, meine Inspiration und Muße. Nun gilt es all diese Kraft wieder aus mir selber, meinem Leben und einer eigenen Fröhlichkeit zu ziehen.
Und so kommen die beiden (identischen) Fragen zusammen. Ich trete meine Reise - mich zu finden - genau jetzt an, da Sabine sich von mir abgewendet hat. Es ist für mich also nicht nur eine tiefe Krise der Enttäuschung, des Unverständnis und des Schmerzes, sondern auch eine einzigartige Möglichkeit, endlich wieder zu mir zurück zu finden und mein Leben in die eigenen Hände zu nehmen.